52 Wochen - 52 Frauen

Worauf sind sie stolz? Was können sie ganz besonders gut?

Darauf geben Frauen ihre ganz persönlichen Antworten in der Kampagne „52 Wochen – 52 Frauen" der Gleichstellungsbeauftragten Natalie Nobitz aus Steinburg und Sandra Stadniczuk aus Dithmarschen.

Wir stellen hier in einer Serie plietsche Steinburgerinnen und Dithmarscherinnen vor.

Dezember

Kalenderwoche 52 - Sandra Stadniczuk

Als Gleichstellungsbeauftragte ist es eine meiner Aufgaben Defizite zu benennen, den Finger in die Wunde zu legen und Wege aufzuzeigen, wie bestehende Ungleichheiten behoben werden können. Dies ist manchmal unbequem und oft anstrengend. Ich finde es toll, dass ich mich das gesamte Jahr 2021 jeden Montag von diesem defizitären Blick lösen und 51 tolle Frauen mit ihren bunten Lebensläufen kennenlernen durfte.

Ich bin stolz darauf, mich als 52. Frau im Rahmen der Kampagne 52 Wochen – 52 Frauen hier einreihen zu dürfen. Ein Jahr lang haben mich unterschiedlichste Frauen mit ihren ganz individuellen Lebensentwürfen, Interessen, Träumen und Denkanstößen begleitet. Es gehört viel Mut dazu, mit seiner eigenen Geschichte in das Licht der Öffentlichkeit zu treten. Ich bedanke mich bei jeder Einzelnen für ihren Mut und ihr Vertrauen!

 

Kalenderwoche 51 - Astrid Nielsen

Als ich 1992 als berufstätige Mutter mit zwei kleinen Kindern von Hamburg nach Glückstadt zog, landete ich sehr hart auf dem Boden kleinstädtischer Kinderbetreuungsrealität. Keine Krippe, keine verlässliche Grundschule und ein Job in Hamburg. Es ging immer ums Organisieren und ich stellte mir die Frage: Was brauche ich, um hier gut anzukommen? Eine Arbeit, die mich herausfordert, in der ich gestalten kann und die familienkompatibel ist. Wirklich ein Glück war dann die Stellenausschreibung für den Aufbau einer Beratungsstelle für Wiedereinsteigerinnen im Kreis Steinburg. Das passt, dachte ich. Es hat geklappt und rückblickend nach 27 Jahren bei FRAU & BERUF weiß ich, dass diese Arbeit mich fordert und erfüllt. Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu beraten, ihre Kompetenzen sichtbar zu machen und Ihnen Perspektiven aufzuzeigen, das ist für mich eine zutiefst sinnvolle Arbeit. Ich erlebe es als etwas Besonderes Einblicke in Berufsbiografien zu bekommen und bin oft beeindruckt vom Mut und von der Ausdauer, mit der viele Frauen trotz Hindernissen ihren Weg gehen.

Die Themen der Ratsuchenden gehen über den Einzelfall hinaus. Deshalb geht es in meiner Arbeit auch darum, gesellschaftliche Strukturen, die Frauen benachteiligen zu verändern. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt trotz deutlicher Verbesserungen bei der Kinderbetreuung, bei Elternzeit und Elterngeld immer noch ein „Frauenthema“. Teilzeitarbeit und Minijobs, EQUAL PAY und zu wenige Frauen in Führungspositionen sind Dauerbaustellen, die nur In Kooperation mit anderen bearbeitet werden können. Damit Frauen auf dem Arbeitsmarkt die gleichen Chancen erhalten, sind Bündnisse notwendig. Gemeinsam haben wir seit 1993 einiges auf den Weg gebracht und dass ich als Beraterin bei FRAU & BERUF daran mitgewirkt habe, darauf bin ich stolz.
Für mich beginnt im Januar 2022 eine neue spannende Zeit ohne BERUF. Das Thema der Chancengleichheit von FRAUEN bleibt mein Herzensthema.

 

 

Kalenderwoche 50 - Hülya Altun

Die Geschichte zeigt, wie schnell grundlegende Werte gefährdet sein können. Deshalb engagiere ich mich seit einigen Jahren in der Kommunalpolitik, um unseren Kindern ein gleichberechtigtes Miteineinander, ein lebenswertes Zuhause und eine intakte Umwelt zu hinterlassen.
Auf der Suche nach einem besseren Leben für Ihre Kinder sind unsere Eltern als „Gastarbeiter“ vor 46 Jahren nach Deutschland gereist.
Für mich folgten viele Jahre der Suche nach Zugehörigkeit, nach Respekt, nach Gleichberechtigung, nach Toleranz, nach Augenhöhe, nach Akzeptanz…….
Als doppelt benachteiligte, als Frau und als Migrantin sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, welche dem nicht gewachsen war, hat viel Idealismus gekostet. Es war gleichzeitig die Quelle, aus der ich Mut und Kraft schöpfte, um mich für eine tolerantere Gesellschaft einzusetzen, in der Herkunft, Geschlecht und Religionszugehörigkeit keine Benachteiligung mit sich bringt. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Menschen einander mit Respekt, Sensibilität, Verständnis und Toleranz begegnen.

 

Kalenderwoche 49 - Antje Hachenberg

In meiner ersten Karriere habe ich international studiert, Projekte und Abteilungen geleitet, bin um die Welt gereist. 22 Monate nach meinen Zwillingssöhnen kam 2005 mein Jüngster zur Welt. Diagnose: Cri-du-Chat-Syndrom. Entwicklungschancen unklar. Von Anfang an mega-anstrengend, zum Glück körperlich gesund. Wie ich das erste Jahr mit den drei Windelpupsern überlebt habe?

Irgendwie... Danach habe ich meine zweite Karriere gestartet, habe freiberuflich übersetzt, war lokaljournalistisch aktiv und engagierte mich in vielfältiger Form für Inklusion. Unsere Perspektive als betroffene Familien einbringen, damit unsere Kinder und wir selbst gute Lebensbedingungen haben - das ist mein roter Faden: flexible Unterstützung und Freizeitmöglichkeiten für alle. In das unbezahlte Ehrenamt habe ich viel Zeit und Energie investiert, Kinderbetreuung und Fahrtkosten gezahlt.

Nicht alles, was ich verändern wollte, ließ sich verändern, so ist das eben. Mittlerweile verdiene ich längst mein Einkommen damit, mit Herz und Professionalität Projekte zu gestalten, die Menschen mit Behinderung Chancen eröffnen. Und ihnen Mut machen, diese zu nutzen. Ich liebe meine dritte Karriere!

 

November

Kalenderwoche 48 - Renate Wohlert

„Glück besteht darin, sich verbunden zu fühlen…Ehrenamtlich Engagierte leben bis zu 7 Jahre länger…“ (Eckart von Hirschhausen)
1973 wurde ich vom Vorstand angesprochen, ob ich ehrenamtlich in der Spielstunde des Dorfes mitarbeiten wolle.
Dies war mein Einstieg, denn darauf folgten ehrenamtliche Mitarbeit in der Kommunal- und Kreispolitik
(Gemeindevertreterin, Vorsitzende KWG, viele verschiedene Ausschüsse, 2. stellv. Bürgermeisterin usw.).
Seit 1977 bis heute bin ich Badebetriebsleiterin im Schwimmbad Schafstedt, seit 40 Jahren im TSV Schafstedt sehr engagiert.
Vorsitzende des FVV-Tourismusvereins und des Vereins „Alltagshilfen“. 2016 erhielt ich für mein ehrenamtliches Engagement die
Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein.
Ich finde es sehr wichtig, nicht nur zu fordern, sondern auch der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Unbedingt müssen „Jüngere“ nachrücken, die auch neuen Schwung und Ideen mitbringen. Ehrenamt ist arbeitsintensiv, doch macht auch „glücklich“: „Das einfachste Glücksrezept: Wenn du wirklich etwas für dich tun willst - tu was für andere!“ (Eckart von Hirschhausen)

Kalenderwoche 47 - Lena Hinz

Mein Name ist Lena Hinz, ich bin 37 Jahre alt und komme aus Glückstadt. Ich bin SHK-Anlagenmechanikerin in unserem Familienunternehmen (MH Michael Hinz GmbH), welches ich im Jahre 2023 vollständig übernehmen werde. Im Sommer 2020 habe ich meinen Meister im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk gemacht.

Ich bin derzeit dabei, eine internationale Initiative zu gründen, deren Schwerpunkt darin liegt, Frauen den Weg in typisch männerdominierte Handwerksberufe zu zeigen und somit auch in gewisser Weise dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Es gibt sehr vielfältige Gründe gerade für junge Frauen, sich diesen Schritt selbst (noch) nicht zuzutrauen. Hier möchte ich gemeinsam mit einigen anderen Kollegen einen Anlaufpunkt bieten. Diese Tätigkeit übe ich ehrenamtlich aus.
 
Mein Ziel ist, dass meine Initiative im ersten Quartal 2022 offiziell an den Start geht, für die ich natürlich noch einige Unterstützer seitens der Fachverbände, Kammern u.v.m. suche.
Ich bin sehr stolz darauf, in dieser absoluten Männerdomäne meine Lehrzeit um insgesamt fast ein Jahr verkürzt und im Anschluss daran mitten in der Coronazeit meine Meisterschule erfolgreich beendet haben zu können. Nun wünsche ich mir, weiterhin im Geschäftsleben erfolgreich zu sein, denn ich kann wirklich mit voller Überzeugung sagen, dass ich meinen Beruf sehr liebe und mir in diesem Lebensbereich absolut nichts anderes vorstellen kann.
Kalenderwoche 46 - Irina Hensler
 
Frau bzw. Mann wächst mit jeder Herausforderung:
 
Einige Hürden habe ich erfolgreich gemeistert und dabei eine Reihe von Fähigkeiten erworben.
 
Gleich, ob dies bedeutet, mit 9 Jahren eine Zweitsprache zu lernen oder einen fremdsprachigen
 
Studiengang zu absolvieren. Unbekanntes Terrain zu betreten, fällt mir oft nicht leicht.
 
Jedoch verlasse ich gelegentlich meine Komfortzone, um neue Erkenntnisse zu bekommen.
 
Mein Weg war nicht immer geradlinig. Heute bin auf meine aktuelle Lebenssituation stolz,
 
mit einem guten Job und einem erfüllten Privatleben. Auf kommende Herausforderungen freue ich mich,
 
auch wenn es nur ein kalter Gegenwind bei einem Winterspaziergang an der Westküste ist.

Kalenderwoche 45 - Nicole Szepansky

Ich habe viel dafür getan, als selbständige Frau und Mutter auf Erfolgskurs zu gehen.

So war mein Auftragsbuch für 2020 erstmalig richtig gut gefüllt. Für fast genau 4 Monate.

Plötzlich war da die Pandemie und ich verlor ganz schnell alle meine Aufträge. Kurz hatte ich

das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch ehe ich mich Existenzängsten hingab,

nutzte ich die „gewonnene“ Zeit und ordnete mich neu. Ich wechselte meine Perspektive, unterstützte

meine Kinder im Homeschooling und erinnerte mich daran, was ich schon immer einmal tun wollte.

So schrieb ich ein Buch. Und plötzlich ergaben sich mir dadurch ganz neue berufliche Möglichkeiten.

Möglichkeiten, die ich ohne diesen Totalausfall wahrscheinlich nie erhalten hätte.

Heute bin ich dankbar für diese Zeit des Umdenkens und kann jeder Frau nur raten,

Chancen auch in schlechten Zeiten zu nutzen. Denn es steckt so viel Leben in unserem Leben!

Kalenderwoche 44 - Anna
 
Hi. Ich bin Anna. Ich arbeite als Juniorchefin in unserem Familienbetrieb in Lunden,
bin leidenschaftliche Mutter, Ehefrau und gern sozial engagiert. Ich habe unheimlich
Spaß an meiner kreativen Arbeit, und daran, regionale Institutionen mit meinem ehrenamtlichen
Engagement zu unterstützen.
 
Ich war und bin in örtlichen Fördervereinen als Vorsitzende und stellv. Vorsitzende tätig.
In der Vergangenheit haben wir schon viele Kinderaugen zum Strahlen bringen können.
Zuletzt durch die Umgestaltung des Schulhofes in Lunden, komplett in Elterninitiative und
durch finanzielle Unterstützung eines großen Vereines im fünfstelligen Bereich. Zwischendurch
alles andere als einfach, mit zwei kleinen Kindern, Schichtarbeit und Betrieb, aber das Ergebnis zählt.
 
Ich hoffe mit gutem Beispiel voran zu gehen, denn ehrenamtlich Engagierte gibt es immer weniger.
Und dabei ist diese Arbeit so wichtig. Immer dran denken, man erntet, was man sät. Geht alles auf das persönliche Karmakonto.

Oktober

Kalenderwoche 43 - Marita Brunswik

Marita Brunswik aus Hohenlockstedt

Mit 53 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in die Frühverrentung? Das

war ein Schock. Durch Kontakte mit dem Sozialverband VdK machte ich

die Erfahrung, dass sehr viele Menschen durch Krankheit Lebensqualität

verlieren und für ihr Recht kämpfen müssen. Ich fasste den Entschluss,

mich für Inklusion einzusetzen und anderen Menschen mit meiner

Erfahrung zu helfen.

Mein soziales Engagement weitete sich bald aus: Organisation von

Tanztees für Senioren, fast zehn Jahre Steenborger Plattsnacker und fast

zwölf Jahre lang Ausfahrten mit dem rollstuhlgerechten Reisebus. In

Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat der Stadt Itzehoe, der Agenda-

Gruppe und dem früheren Bürgervorsteher Heinz Köhnke gelang es, die

Aufzüge im Itzehoer Bahnhof und Sanierung der Toiletten zu erwirken.

2011 konnte ich den Behindertenbeauftragten der Bundesrepublik, Hubert

Hüppe, zu einer Veranstaltung nach Itzehoe holen.

Mit meiner eigenen Schwerbehinderung erlebe ich die Schwerfälligkeit in

der Gestaltung der Barrierefreiheit und Teilhabe und auch oft schwierige

Kommunikation mit Politik und Verantwortlichen. Ich bleibe weiter aktiv.

Kalenderwoche 42 - Gohar Grigoryan

Mein Name ist Gohar Grigoryan. Ursprünglich komme ich aus Armenien. Seit 5 Jahren lebe ich in Heide. In dieser Zeit habe ich es geschafft, Deutsch zu lernen und eine Ausbildung als Pflegekraft an der DRK Akademie SH anzufangen.

Ich hatte das Glück, dass das Projekt „Alle an Bord“ mir bei der Aufnahme dieser Ausbildung und der Anerkennung meines ausländischen Schulabschlusses half.

Ich bin stolz darauf, dass ich alte und pflegebedürftige Menschen betreuen und unterstützen kann. Was mich bei meiner Tätigkeit besonders motiviert, ist die Dankbarkeit und Zuneigung, die diese alten Menschen mir für meine Hilfe zeigen.

Die Integration in die deutsche Gesellschaft ist für meine Familie und mich von hoher Bedeutung.

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich mein letztes Ausbildungsjahr erfolgreich abschließen und eine gute Arbeit anfangen kann.

Kalenderwoche 41 - Susanne Schauer

Mein Name ist Susanne Schauer, ich lebe mit meinem Mann und meinen Kindern seit 7 Jahren wieder in Itzehoe. Ich bin in Schenefeld aufgewachsen, habe aber einige Jahre außerhalb des Nordens verbracht und bin sehr glücklich wieder in meiner Heimat leben zu dürfen.
Verändern Kinder das Leben?
Ja! Denn ohne meine Kinder hätte ich sicher nicht mein Thema gefunden, für das ich brenne. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach.
Seit 2014 arbeite ich freiberuflich als Trageberaterin. Seit 2018 bin ich qualifizierte Stillberaterin. Zukünftig habe ich das große Glück meine Leidenschaft auch mit meinem Beruf der PTA  (Pharmazeutisch technische Assistentin) in der Apotheke verbinden zu dürfen.
Außerdem  engagiere ich mich seit 2018 für den Verein Mother Hood e.V.
Wir sind eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr.
Veränderungen beginnen im Kleinen. Ich bin stolz darauf über die Probleme in der Geburtshilfe aufzuklären und somit einen Prozess in Gang zu setzen, der die Bedürfnisse und Rechte von Frauen und Familien sichtbar macht und verändert.

Kalenderwoche 40 - Ute Brandt

Schwerbehindert – na und? Ich bin unheilbar krank, Ehefrau, Mutter dreier erwachsenen Kindern, engagiere mich ehrenamtlich und bin eine sehr aktive Frau. Zurzeit erfülle ich meinen Jugendtraum und nehme Motorradfahrstunden.

Ich wollte mir das Leben nie aus der Hand nehmen lassen und das ich heute wieder Vollzeit arbeiten kann, ist für mich ein Geschenk. War es doch bis hier her ein sehr langer, beschwerlicher und oft auch steiniger Weg. Mein Arbeitsplatz bedeutet für mich Teilhabe am Leben, an der Gemeinschaft, gibt mir Wertschätzung und stärkt mein Selbstvertrauen.

Ja, ich habe meine Einschränkungen und es ist nie einfach, aber ich kann damit leben. Ich führe ein ziemlich normales Leben, denn auch mit oder trotz Behinderung lassen sich Wünsche, Ziele und Träume erreichen. Wichtig ist, dass man offen mit der Behinderung umgeht, dann klappt das auch vielfach mit der Unterstützung, ohne die es manchmal nicht geht.

September

Kalenderwoche 39 - Antje Holst

Begegnung mit Menschen – das ist es, was zählt…

Moin, mein Name ist Antje Holst, ich bin 53 Jahre alt, wohne mit meinem Mann hinterm Deich in Kollmar an der Elbe und arbeite beim Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein. Die Begegnung und das soziale Miteinander von Jung und Alt, von Menschen mit und ohne Demenz sind die Themen, die mich privat und beruflich umtreiben. Ich möchte dazu beitragen, dass wir uns auf die Wurzeln der guten Nachbarschaft besinnen und eine sorgende Gemeinschaft werden. Daher bin ich auch etwas stolz darauf, dass es gelungen ist die Alzheimer Gesellschaft im Kreis Steinburg neu zu gründen. Dort arbeite ich ehrenamtlich im Vorstand, um für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu sensibilisieren und Hilfe anzubieten. In meiner Freizeit segle ich leidenschaftlich gern mit meinem Mann auf der Ostsee. Das Zitat „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen…“(Aristoteles) passt daher ganz gut zu meinem beruflichen und privaten Leben.

Kalenderwoche 38 - Maike Anhalt

Ich bin mit Herz und Seele seit 10 Jahren die Assistentin des Landrates des Kreises Dithmarschen. Ich mag diesen Beruf, weil ich die Abwechslung und die Vielfalt sehr schätze, viele verschiedene Menschen kennenlerne und die Zusammenarbeit mit meinem Chef und im Team sehr gut funktioniert. Eine Herausforderung ist das Organisieren von unmöglichen Terminen. Langeweile kommt nie auf.

Eines meiner Highlights sind die jährlich stattfindenden Treffen mit den Kolleginnen in den anderen Kreisen im Lande, auf die ich mich immer freue und wir wertvolle Informationen austauschen.

Ich bin stolz darauf, dass ich im August 2021 mein 40-jähriges Dienstjubiläum beim Kreis Dithmarschen haben werde.

Kalenderwoche 37 - Britta

Hallo, ich bin Britta. Ich habe vor ein paar Jahren sehr viel geschrieben. Als Hauptbeschäftigung. Auch mit Veröffentlichungen. Dafür gab es sogar ein Stipendium vom Land Schleswig-Holstein für ein Buch über den Pflegenotstand. Weitergehen sollte es mit einem Roman über die „väterlose Gesellschaft“. Als Hintergrundszene sollte eine Husky-Farm dienen. Ich begann zu recherchieren. Über Huskys. Dann kamen erste Kontakte zu echten Huskys.

Heute, 20 Jahre später, habe ich 25 Huskys (das größte Familienrudel Deutschlands) und leite eine Husky-Farm im Kreis Steinburg (Events von Kindergeburtstagen bis Gespanntouren). Der Roman ist nie fertig geworden. Dafür lebe ich ihn. Das nennt man wohl intensiv recherchieren. Bis zur Eröffnung der Husky-Farm habe ich mein Leben geträumt, jetzt lebe ich den Traum.

 

Kalenderwoche 36 - Annelie

Ich heiße Annelie.

Bin Tischlerin.

Und war auf traditioneller Wanderschaft.

„Fremd in der Fremde“ kam ich mir so manches mal selber fremd vor.

Das liegt nun schon eine Weile zurück und über die Jahre lernte ich mich kennen,

aber die Lust „Fremdes“ zu erkunden habe ich mir bewahrt.

So probiere ich gern aus: mit Hand, Herz und Verstand.

Glück und Zufriedenheit finde ich im

Handwerken& Gärtnern & meinem lieben Umfeld an großartigen Menschen.

Ich koche für mein Leben gern und gehe manchmal auf Jagd.

Jagen heißt für mich: Verantwortung übernehmen mit der Gewissheit, dass das Tier artgerecht lebte bis zum Sch(l)uss.

Neugierig, was das Leben weiterhin bereithält, danach zu handeln, was sich von ganzen Herzen stimmig anfühlt: das ist meine Lebensqualität.

August

Kalenderwoche 35 - Melanie Mihm

Ich bin Melanie Mihm, 35 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und meinen beiden Hundemädels in Kremperheide bei Itzehoe.

Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bin seit 2015 sachkundige Hundetrainerin. Also vielmehr HundeMenschenTrainerin :) Denn wenn wir lernen, die Sprache des Hundes zu sprechen, machen wir es unserem Hund viel leichter. In meiner Hundeschule "HundeMenschenTraining" leite ich den HundeMenschen an seinen Hund lesen zu können, seine Handlungshintergründe zu verstehen und seine wahren Bedürfnisse zu erkennen. Diese gehen weit über Futter, Zuneigung und Auslastung hinaus. Führung, Schutz und Verantwortung beispielsweise. Ich coache den HundeMenschen dafür in der Führung über innere und äußere Haltung. Eine sehr individuelle Arbeit und gleichzeitig eine Lösung für viele Probleme.

Bei Instagram veröffentliche ich Beiträge zu diesem Thema - @hundemenschentraining. Der Austausch macht mir großen Spaß.

Ich bin dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen Kund*innen und ihren Hunden.

 

Kalenderwoche 34 - Tanja Thießen

Tanja Thießen: Das Leben ist (k)ein Ponyhof. Oder doch?

Pferde sind ein Spiegel, so sagt man... In der Arbeit mit Pferden, zeigt sich die eigene innere Einstellung als Ausdruck in der Körpersprache. Das Wechselspiel zwischen Präsenz und Raum einnehmen auf der einen Seite und dem Nachgeben und Raum geben auf der anderen Seite ist eine Schule fürs Leben, wie ich finde. Pferde erkennen, ob ich authentisch bin, reagieren aber aufgrund ihrer Verschiedenheit in unterschiedlicher Intensität, das ist spannend.
So ist es auch im Privatleben oder im Berufsalltag. Unterschiedliche Menschen und Situationen erfordern Sensibilität und Stärke zugleich. Mir ist wichtig, dass meine Mitmenschen mich einschätzen können und deshalb bin ich gerne ich selbst, mit allen Stärken und auch einigen Schwächen. In manch herausfordernder Arbeitssituation konnte ich das anwenden, was ich bei meinem Pferd gelernt habe: Präsent und konsequent sein, aber auch weiter offen für Angebote der anderen Seite. Optimalerweise kann ich so eine Win-Win-Situation herstellen, damit wir beide möglichst positiv aus der Situation gehen können.

Nun – das (Berufs-)Leben ist nicht immer ein Ponyhof... aber ganz schön ähnlich.

 

Kalenderwoche 33 - Elke Göttsche

Man wächst mit den Aufgaben – so würde ich mein politisches und privates Leben und Wirken beschreiben.

Mein Name ist Elke Göttsche und ich lebe in dem schönen Brokdorf in der Wilstermarsch. Viele Jahre war ich Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Steinburg und seit über 30 Jahren engagiere ich mich in der Gemeindepolitik. 2013 wurde ich zur Bürgermeisterin der Gemeinde Brokdorf gewählt. Diese Aufgabe macht mir Freude, denn die Begegnung und das Gespräch auf verschiedenen Ebenen sind mir wichtig, um zu einem guten Ergebnis in meiner Arbeit zu kommen. Ich möchte zu einem vermehrten Engagement in und für unsere Gesellschaft ermuntern, denn jedes Ehrenamt bietet neben den gestellten Herausforderungen eine vielfältige Bereicherung an Erfahrungen, Erkenntnissen und auch eine gewisse Stärkung für die eigene Persönlichkeit.

Kalenderwoche 32 - Michaela Kohl

Ich bin Michaela Kohl, 52 Jahre alt, und seit 3 Jahren freigestellte Betriebsrätin eines Großen Krankenhauses an der Westküste.

Da ich nach meiner Scheidung neben meinem Job im Krankenhaus meine 3 kleinen Kinder ohne Unterstützung großziehen musste, war ich gezwungen Verantwortung zu übernehmen und zu kämpfen, weil es in meinen Augen keine Alternative gab.

Die dadurch gewonnene Stärke kommt mir als Betriebsrätin zugute. Ich bin zwar manchmal etwas emotional, aber als Kämpferin muss man das auch sein. Ich sehe auf Niemanden herab, da ich selbst weiß, wie hart es manchmal sein kann. Gleichzeitig kommuniziere ich auch mit Vorgesetzten auf Augenhöhe, wenn ich für die Angelegenheiten, die ich vertrete, kämpfe. Denn zu kämpfen lohnt sich immer! Wie Bertolt Brecht schon so schön betonte: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

 

Kalenderwoche 31 - Sina Krude

Mein Name ist Sina Krude – ich bin ein klassisches Nordlicht und überzeugt, dass jeder Mensch eine “Superkraft” hat. Meine “Superkraft” lautet: Empathisches Zuhören. Seit jeher habe ich Menschen angezogen, die Rat suchten und Unterstützung benötigt haben. Aus diesem Grund habe ich mich dieses Jahr entschieden, mich als Coach selbstständig zu machen. Ich coache insbesondere Frauen, die ihre eigene Kraft und Stärke entfalten wollen. Mein Herzensthema sind dabei vor allem die Arbeit am Selbstwert und der Selbstliebe – auf Instagram gebe ich unter @mindworklounge einen Einblick in meine Arbeit. Ich bin dankbar, andere Menschen bei ihren Themen unterstützen zu dürfen. Für mich ist dies keine Arbeit, sondern eine Berufung, die sehr bereichernd und mit viel Spaß verbunden ist.

 

Juli

Kalenderwoche 30 - Jennifer Bielenberg

Worauf bin ich stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel bin. Seit meinem 18. Lebensjahr bin ich dort in der Einsatzabteilung tätig. In dieser Zeit wurde ich zur Atemschutzgeräteträgerin ausgebildet, durfte viele technische Lehrgänge besuchen und als Maschinistin darf ich die Löschfahrzeuge der Gemeindefeuerwehr fahren. Mittlerweile bin ich als Führungskraft bis zur Verbandsführung ausgebildet und darf auch größere Einsätze oder Abschnitte leiten. Im Jahr 2015 habe ich gemeinsam mit meinen Kamerad*innen die erste Kinderabteilung in Dithmarschen gegründet.

Mir ist es wichtig, dass noch viele weitere Frauen den Weg in die Feuerwehr finden. Die Feuerwehr Brunsbüttel/Ort hat einen Frauenanteil von fast 20 %. Frauen in der Einsatzabteilung zu haben hat einen großen Mehrwert für die Feuerwehr.

Ich hoffe, dass durch diesen Artikel einige Frauen den Weg in die Feuerwehr finden werden.

Kalenderwoche 29 - Gudrun Thiele

Mein Name ist Gudrun Thiele, ich bin 1960 in Hamburg geboren, war 36 Jahre glücklich verheiratet, und nun seit 2019 verwitwet.

Ich habe drei Kinder großgezogen und nebenbei circa 56 Bastelbücher, teilweise unter dem Pseudonym Maja Rabe, geschrieben. (frechverlag und Bücherzauber Verlag)

In der Gemeinde Wacken bin ich seit circa 15 Jahren im Gemeinderat tätig, und seit zwei Jahren bin ich zweite stellv. Bürgermeisterin. Ich war zunächst Vorsitzende des Kindergartenausschusses, nun habe ich den Vorsitz im Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialausschuss übernommen. In diesem Ausschuss kümmern wir uns u.a. um Alles was für Jung (Ferienspaßaktion) und Alt (Wohnpark 55+) in Wacken wichtig ist.

Außerdem habe ich im Laufe der Jahre mehrmals in der Grundschule Wacken, so nebenbeiJ, als Aushilfslehrerin für das Fach Kunst gearbeitet.

Seit neun Jahren bin ich als Leitung der Offenen Ganztagsschule tätig. Eine Aufgabe die nie langweilig wird.

Kalenderwoche 28 - Corinna Viyo

Ich bin Corinna Viyo, Mutter, Angestellte und mache mir in meiner Freizeit gern die Hände in meinem Garten dreckig. Die Gartenarbeit ist der perfekte Ausgleich zu meiner Arbeit.

Als Koordinatorin der Jugendberufsagentur Dithmarschen ist eine meiner Haupttätigkeiten das Kommunizieren. Probleme identifizieren, Lösungen finden, Zusammenarbeit fördern und somit gemeinsam mit den Netzwerkpartner*innen für jeden Jugendlichen in Dithmarschen ein geeignetes Angebot in der beruflichen Orientierung bieten zu können ist meine Aufgabe, auf die ich mich jeden Tag wieder freue.

Natürlich geht das nicht immer ganz reibungslos. Und wenn ich mich dann doch mal über etwas ärgere, ist da mein Garten, in dem ich still schweigend meinen Ärger vergraben kann und der mir trotzdem hübsche und leckere Dinge wiedergibt.

 

Kalenderwoche 27 - Nicole Wittek

Obwohl mein Traumjob mit 16 Jahren “Textilverkäuferin” war, begann ich eine Ausbildung zur Arzthelferin und blieb in diesem Beruf lange tätig. Bis ich plötzlich eine Allergie bekam.

Das Ende meiner beruflichen Laufbahn in der Medizin. Nach fast einem halben Jahr zu Hause, zog es mich in einen ambulanten Pflegedienst. Hier fing ich ganz unten in der Hauswirtschaft an, arbeite mich weiter nach oben in die Pflege, belegte die Weiterbildung zur Qaulitätsmangerin bis hin zur geprüften Fachwirtin  im Gesundheits- und Sozialwesen und war zum Schluss als rechte Hand der Chefin in der Verwaltung tätig.

Zwischendurch habe ich dann noch geheiratet und einen wundervollen Sohn zur Welt gebracht. Dann kam der Tag der Entscheidung: Die Chefin sagte zu mir, “Du übernimmst jetzt den Pflegedienst”. “Was ich? Nein, ich doch nicht.” “Doch, Du schaffst das”, sagte sie. Auch mein Mann sagte, “das ist DEIN Ding und Dein Leben. Wenn Du es willst, gehe ich mit.” Plötzlich war der Pflegedienst Wittek geboren.Ich kann mir ein Leben ohne "Pflege" gar nicht mehr vorstellen. Ausserdem ich bin stolz, so ein tolles Team zu haben.

Juni

Kalenderwoche 26 - Monika Buberl-Pirrwitz

Es ist nichts Besonderes Ehrenämter zu bekleiden. Für mich ist es normal. Seit frühester Jugend bin ich ehrenamtlich tätig. Zuerst in der katholischen Kirche Neumünster mit Jugendgruppen und im Pfarrgemeinderat. Mehr als 30 Jahre bin ich Schriftführerin im Heider Frauenchor und organisiere das Weihnachtskonzert.

Nebenbei leitete ich 20 Jahre eine Suchtselbsthilfe Gruppe für Angehörige. Seit 2002 im Seniorenbeirat organisiere ich die monatliche Vortragsreihe. Außerdem betreue ich seit 10 Jahren eine Behinderte.

Das sind nur, die für mich, wichtigsten. ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Es ist nicht immer leicht, aber es bringt Spaß und ich lerne immer dazu.

Kalenderwoche 25 - Petra Suschke

Ich bin eine Unternehmerfrau des Handwerks

In unserem mittelständischen, familiengeführten Unternehmen in Itzehoe sind 20 Mitarbeiter im Elektromaschinenbauhandwerk tätig. Ich habe mich in meinen Berufsjahren vor allem in der Fakturierung, Finanz- und Verwaltungsorganisation einsetzt.

Außerdem engagiere ich mich bei den Unternehmerfrauen des Handwerks – ein Netzwerk von im Handwerk tätigen Frauen. Diese Arbeit macht mir viel Spaß und die Kontakte bereichern nicht nur mein berufliches Leben. Bei den Zusammenkünften tauschen wir Informationen aus unserem Berufsleben aus, lassen uns von Fachreferenten schulen und das Netzwerk ermöglicht uns den Zugriff auf unkomplizierte Hilfe in den Fragen des Berufsalltags (www.ufh-sh.de).

Den Betrieb habe ich vor zwei Jahren an unseren Sohn übergeben. Nun investiere ich meine zunehmende Freizeit in die Gestaltung unseres Gartens, in Kreativität am Herd und Fahrradausflüge in Norddeutschland.

Kalenderwoche 24 - Maike Hagemann-Schilling

Referentin und Regionsverantwortliche Dithmarschen

Regionsverantwortliche für Dithmarschen. Das ist meine Aufgabe beim KDA – Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt. Schon eine Weile lerne ich Land und Leute sowie die Vielfalt dieser Region kennen. Dabei gefallen mir besonders die häufig unkomplizierten und kurzen Wege in der Gestaltung von Kontakten und die Offenheit, mit der mir hier begegnet wird.

Beruflich schaue ich als KDA Mitarbeiterin vor allem auf die sich stetig verändernden Bedingungen unter denen Menschen ihre Arbeit ausüben. Dabei habe ich auch die Themen und Herausforderungen von Frauen in der Arbeitswelt im Blick. Wie sieht es aus mit der Mobilität und der Kinderbetreuungssituation, in welchen Bereichen sind Frauen über-oder unterrepräsentiert , welche beruflichen Perspektiven und welche Barrieren gibt es für sie an den Orten, an denen sie sind? Ich freue mich auf viele Begegnungen, den Austausch und gemeinsame Veranstaltungen mit den Frauen in Dithmarschen!

Kalenderwoche 23 - Regine Struve

Mein Name ist Regine Struve und ich wohne in der Kleinstadt Kellinghusen. Nein, nicht direkt an der Ostsee, aber an der Stör – auch sehr schön! Ich betreibe ein Einrichtungshaus in Kellinghusen mit ganz viel Freude, Engagement und Geschmack. Bevor ich Mitte der neunziger das Einrichtungshaus gemeinsam mit meinem Bruder eröffnet habe, war ich viel unterwegs und zwischendrin habe ich Kellinghusen auch der Liebe wegen verlassen. Studium in Köln, Arbeit in Hamburg Auslandsaufenthalt in Italien, Selbstständigkeit in Hannover und dann doch vor 13 Jahren wieder zurück nach Kellinghusen. Das war genau die richtige Entscheidung. Es ist mein Zuhause und dafür engagiere ich mich gerne als Ratsfrau. Ich wünsche mir in und für meine Stadt Lebensqualität und Lebensfreude. Ganz getreu ihrem Motto : liebe, lebe, lache.

Kalenderwoche 22 - Yvonne

 

Ich bin Yvonne (37) aus Delve und lebte lange Zeit von schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs. 2018 wurde mir die einmalige Chance geboten, den C/CE Führerschein zu machen, die ich gerne ergriff. 2019 gab mir mein heutiger Chef Stefan Gaßmann die Möglichkeit, beruflich Fuß zu fassen. Seitdem arbeite ich als LKW-Fahrerin und im Kipperbereich gerne in seinem Fuhrunternehmen. Ich genieße die Abwechslungen und die vielen Routen, die sich mir bieten. Außer quer durch Deutschland fahre ich viel in Dänemark, auch Holland und Polen durfte ich schon sehen. Und eines ist für mich sicher: Niemals mehr möchte ich beruflich etwas Anderes machen!

Mai

Kalenderwoche 21 - Jutta Ohl

Mein Name ist Jutta Ohl und ich bin eine waschechte Itzehoerin. Mein Leben lang habe ich mich im Kreis Steinburg engagiert, zunächst als Schulsekretärin am Kreisgymnasium (heutige SSG) und später als erste hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Steinburg. Bis 2008, also 17 Jahre lang, habe ich mich für die Frauenförderung im Kreis eingesetzt, um Innovationen gerungen und die Politisierung des Privaten vorangetrieben. Außerdem war ich die erste Frau bei der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der CDU Schleswig-Holstein und habe mich stets kommunalpolitisch eingesetzt.

Ebenso als erste Frau war ich Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren der Industrie und Handelskammer in Elmshorn, und konnte ich mich für die Frauen in der Wirtschaft einsetzen.

Auch heute bewegen mich frauenpolitische Themen, weshalb ich 1999 den gemeinnützig tätigen Mädchen- und Frauenverein Donna Doria e.V. gegründet habe. Bis heute sind wir karitativ unterwegs und unterstützen Mädchen-und Frauenarbeit im Kreisgebiet.

Kalenderwoche 20 - Julia Heyer

Mein Name ist Julia Heyer. Seit 8 Jahren lebe ich in Dithmarschen. Ursprünglich komme ich aus Usbekistan, wo ich als Rechtsanwältin arbeitete. Seit Oktober 2019 bin ich Deutsche mit Migrationshintergrund. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich voll in meinem neuen Heimatland integrierte.

Nachdem ich das B2 Sprachniveau erreicht hatte, suchte ich mir eine herausfordernde Beschäftigung. Ich freue mich, dass ich schon seit 5 Jahren im Bereich der Integration von Geflüchteten arbeite. Hier kann ich meine juristischen Erfahrungen einbringen und anderen Menschen helfen.

Ich bin als Beraterin im Netzwerk „Alle an Bord!“ erfolgreich tätig, wo ich Flüchtlinge bei der Suche nach Ausbildung oder Arbeit unterstütze. Ich bin stolz darauf, dass ich zugewanderten Menschen bei der Integration in die deutsche Arbeitswelt und Kultur helfen kann.

Ich wünsche mir, dass solche wichtigen sozialen Projekte eine langfristige Finanzierung bekommen, um Geflüchtete nachhaltig zu unterstützen.

Kalenderwoche 19 - Yvonne Casper

Ich bin Yvonne, Mitte Vierzig, Ehefrau und Mutter. Mein Hobby ist laufen, bis hin zum Marathon, bisher bin ich 22 mal einen Marathon gelaufen. Meistens in Hamburg, aber auch in Bremen, Berlin und Löningen. Vor einigen Jahren bin ich auch Steinburg Cup Siegerin gewesen und war beim Lauf zwischen den Meeren dabei. Dies ist ein Staffellauf, bei dem ich mit einer reinen Frauengruppe seit Jahren am Start bin. Dies ist eine tolle Gemeinschaftsaktion, bei dem der Zusammenhalt und Teamgeist zählt! Solche Dinge sind mir wichtig!

Außerdem bastele ich gerne und gehe mit meinem Hund Lissy spazieren. Im Urlaub gehe ich gerne in den Bergen wandern, um entspannen und ausspannen zu können.

Ich arbeite in der Rinderpraxis in Brokstedt als Tierarzthelferin. Dort bin ich hauptsächlich für die Tierseuchen und das Antibiotikamonitoring zuständig. Außerdem bin ich in Sarlhusen im Gemeinderat tätig und ehrenamtlich bei der Pflegediakonie in Rendsburg in der Trauerbegleitung behilflich. Diese Arbeit ist mir eine Herzensangelegenheit, denn ich selbst habe die Trauer um den unerwarteten Tod meines Erstgeborenen zu verkraften. In der Trauerbegleitung gibt es neben festen Trauergruppen die Möglichkeit während eines Spaziergangs oder Laufen oder auch beim Basteln mit Trauernden ins Gespräch zu kommen. Bei diesen „Aktionen“ helfe ich gerne, denn mir liegt es eher, während des Tun`s über schwere Themen, wie den Verlust eines geliebten Menschen zu sprechen, und manch Anderem auch!

Kalenderwoche 18 - Annette Thode-Flicek

Ehefrau, Tochter, Mutter, Oma, Freundin, da gäbe es viel zu erzählen. Menschen aus unterschiedlichen Kultur- und Lebensbereichen finde ich besonders spannend. Seit über 30 Jahren engagiere ich mich in kirchlicher Partnerschaftsarbeit mit Menschen in El Salvador. Wir sind bis heute miteinander im Dialog und Erfahrungsaustausch, haben uns gegenseitig besucht, unterstützt und voneinander gelernt.

Menschen, die unter schwierigsten Lebensbedingungen nicht aufgeben, kämpfen für ein besseres Leben und trotz aller Widrigkeiten das Leben feiern, haben mich nachhaltig geprägt. Ich konnte vieles von diesem Lebensmut und der Tatkraft in meinen Alltag integrieren. Begegnungen mit Menschen, die mit mir fühlen, träumen, hoffen und bauen an einer Vision von einer besseren Welt, bereichern mein Leben.

April

Kalenderwoche 17 - Carola

„Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“

Mein Name ist Carola und das Zitat von Søren Kierkegaard ist mein Lebensmotto. Seit 2 Jahren bin ich als Adoptionsvermittlerin im Jugendamt des Kreises Steinburg tätig. Ich habe einen Neustart gewagt und mich nach mehr als 2 Jahrzehnten aus der bunten Kitawelt verabschiedet.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit für Adoptionsbedürftige, Adoptierte, abgebende und annehmende Eltern und Wurzelsuchende tätig zu sein, so wie die Entwicklungsbegleitung von Kindern es immer für mich sein wird.

Mir ist es wichtig, Menschen in ihrer Vielfalt und Individualität zu verstehen und Möglichkeiten aufzuzeigen, denn unser Weg im Leben verläuft niemals gradlinig und dennoch gehen wir mutig weiter und lernen unsere Irrwege zu verzeihen.

 

Kalenderwoche 16 - Claudia Steinseifer

Ich bin freie Dramaturgin und Kunsthistorikerin. Corona machte mich arbeitslos.

Die Arbeit im kreativen Bereich bedeutet stets Improvisation und Neuerfindung, einen Wechsel von Hochs und Tiefs, von Orten und Menschen. Ich schrieb hunderte Artikel über Menschen der Westküste, als Dramaturgin arbeitete ich an großen Theatern, für Filmproduktionen. Ich rief Theaterprojekte mit Geflüchteten ins Leben, organisierte ein Wandertheater für Schleswig-Holstein. Zuletzt produzierte ich einen Dokumentarfilm über einen geflüchteten irakischen Filmemacher.

Vor drei Jahren verschlechterte sich ein angeborener Herzfehler lebensbedrohlich, ich musste mich einer schweren Herz-OP stellen um weiter leben zu können. Ein Jahr brauchte ich, um gestärkt in mein Leben zurückzukehren. Voraussichtlich im Juni schließe ich mein Aufbaustudium zur Kulturmanagerin ab.

Kalenderwoche 15 - Nadine Tobien

Ich bin Platt-Fluencerin und betreibe eine plattdeutsche Kanal auf Instagram und TikTok. Der heißt #plattebloom.
Mir liegt es am Herzen diese Sprache als lebendige Kultur zu erhalten.
Mit modernen Sprüchen und  Texten, die ich in das Pattdeutsche übersetze, versuche ich diese Sprache  in die heutige Zeit zu holen.
Zuhause spreche ich nicht nur mit meiner kleinen Tochter auf platt, sondern auch mit meinen Hund, denn den habe ich auf Plattdeutschen erzogen. Er hört also auf Sitz, Platz oder auch Achtung. Mein Motto ist "Trau dich was, schnack platt!"

Ik bin Platt-Fluencerin
Ik bin Platt-Fluencerin un maak een plattdütschen Kanol op Instagram up TikTok. De nennt siek #plattebloom
Me legt dat am Hatten de Spraak as geleevte Kultur to erholn. Mit modern Schnack un Schriev, de ik in dat Plattdütsche översett, versöök ik de Spraak in de hüütige Tied to holn.
Tohuus schnack ik nie nur mit mien lütten Dochter ob platt, sondern ok mit mien Hund, denn den hebb ik ob plattdütsch ertroken. He höört also ob Sitt, Dool oder Pass op.
Mien Motto is "Tru di wat, schnack platt."

 

Kalenderwoche 14 - Franziska Pusch

Mein Name ist Franziska Pusch. Ich arbeite seit 1998 als Friseurmeisterin und Visagistin. 2018 habe ich nochmal die Schulbank gedrückt und mit 43 Jahren einen Abschluss zur Zweithaarspezialistin absolviert und zusätzlich in meinem Salon eine Zweitpaarpraxis eröffnet.

Mir war über die vielen Arbeitsjahre bewusst, was Haarausfall (auch wenn es nur dünner werdendes Haar ist) bedeutet. Identifikationsverlust, psychische Belastung und damit soziale Isolation. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Das bewegte mich zu diesem Schritt und ich freue mich jeden Tag aufs Neue, wenn ich Frauen/Männern in ihrer Problematik helfen kann. Entweder mit Haarteilen aus Echthaar, oder mit einem Perückenrohling, Niemand muss sich schämen, es gibt für alles eine Lösung. Manchmal hilft auch nur ein Gespräch, um Ursachen für einen Haarausfall zu suchen…

Meine jüngste Kundin ist 10 Jahre alt, die Älteste 89. Und ich liebe die Arbeit mit jedem Einzelnen, ob Chemopatient*innen, Transgender, hormoneller Haarausfall oder Alopezie-Kund*innen (kompletter Haarverlust). Meine Arbeit ist dann perfekt, wenn man sie nicht sieht! Schade eigentlich, aber anders wäre es nicht gut genug.

 

März

Kalenderwoche 13 - Christine Berg

Seit dem Jahr 2015 forsche ich ehrenamtlich und in meiner Freizeit zu Frauenbiografien aus Glückstadt und Umgebung. Inzwischen konnte ich mit Jutta Ohl gemeinsam vier Bände unter dem Titel "Fortunae - 400 Jahre Frauengeschichte(n) ...." publizieren, die vom Mädchen- und Frauenverein Donna Doria e.V. unterstützt werden.

Am 8. März 2015 zum "Internationalen Frauentag" wurde die Idee geboren, eine Sammlung mit Glückstädter Frauengeschichte(n) zu veröffentlichen. Dass diese Sammlung so umfänglich wird, die Arbeit viele Fragen aufwirft, in die Tiefe geht und gleichzeitig sehr bereichernd ist, hätte ich nicht gedacht. Und dass diese Forschung und dieses Entdecken wahnsinnigen Spaß machen, möchte ich durch die Bücher gerne mit Menschen teilen!

Kalenderwoche 12 - Ines Marie Dreier

Ich heiße Ines Marie Dreier, bin 28 Jahre alt, verheiratet und Mutter. Ich wohne in Sarzbüttel und arbeite im WKK. Ich halte gerne Vorträge zu verschiedenen Themen. Häufig wurde ich mit Vorurteilen gegenüber meiner Generation Y konfrontiert, so dass ich mehr über die Generationen wissen wollte und versuche die Generationen mit Witz und Fakten von den Vorurteilen abzubringen. Mein Ziel ist es Verständnis untereinander zu erwirken.

Ich bin bei den Jungen Landfrauen Dithmarschen aktiv und studierte nebenher Gesundheitsökonomie B.A. Ich möchte damit zeigen, dass auch auf dem Land alles machbar ist und Beruf, Familie und persönliche Ziele sich nicht ausschließen.

Kalenderwoche 11 - Sarah

Loslegen und Ideen umsetzen

Ich bin Sarah, 31, wohne in Oldendorf. Als gebürtige Hamburgerin begann ich in Werbeagenturen mein Berufsleben. Ich erfuhr, wie tough dies ist und was für ein dickes Fell „Frau“ haben muss, trotz fünf Jahren Studium in England.

Ich bin leise, ruhig und hochsensibel - keine Eigenschaften, um in der Werbebranche „überleben“ zu können. Mobbing/Belästigung jeglicher Art am Arbeitsplatz war Alltag mit Druck und Erwartungshaltung „zu funktionieren“. Ohne Lob, dafür aber viel Kritik.

Eine Angst- & Panikstörung war das Ergebnis. Es folgten zwei Jahren Arbeitsunfähigkeit, Ärzte/Therapeuten, Therapieversuche und Medikamente um mich zu „reparieren“. Dass ich nicht repariert werden musste, war mir klar, also fasste ich den Entschluss, mein Leben in die Hand zu nehmen und zog aufs Land.

Seit 2018 bin ich selbstständig als Künstlerin, Grafikdesignerin & Familienfotografin. Selbstbestimmtes Arbeiten ist für mich wichtig. Ich ermutige Frauen, das zu tun, was sie erfüllt, sich nicht klein reden zu lassen und Mut zu haben: loslegen und Ideen umsetzen, egal, wie viele sagen „das schaffst du eh nicht“.

KW 10 - Manon Sinnewe

Kalenderwoche 10 - Manon Sinnewe

Ich bin Manon Sinnewe. Ehefrau, Mutter, Gesundheitsmanagerin, Coach, Visionärin. Aufgewachsen in Norddeutschland, habe ich das Meer nie weit aus den Augen verloren. Von der Ostseeküste, an den Hamburger Hafen und dann an die Nordsee. Mein größter persönlicher Erfolg war meine Reise ans andere Ende der Welt, trotz Flugangst. Ich las in einem Ratgeber, wenn Du wachsen willst, stell dich deinen Ängsten. Also dachte ich, das schaffe ich. Hamburg, London, Singapur, Adelaide, Auckland, Fidschi und L.A.

Ich bin fasziniert davon, wie eine bewusste Entscheidung ungeahnte Kräfte mobilisieren kann. Mit tillid Coaching möchte ich Frauen unterstützen, in ihre eigene Kraft zu finden und zu wachsen.

Kalenderwoche 9 - Kimberly

Sport, Familie, meine Arbeit und mein Husky Mischling Luna sind mein Leben. Ich bin Kimberly, 26 Jahre und habe zwei abgeschlossene Ausbildungen. Mit meiner zweiten Ausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht, denn ich betreibe die Schwimmschule Müller „Der Weg ist das Ziel“ gemeinsam mit meiner Mutter. Außerdem gebe ich Babyschwimmkurse und im Sommer findet man mich sowieso immer im Freibad Lägerdorf.

Nach der Geburt meines Sohnes habe ich sofort wieder auf Hochleistungsniveau trainiert, um meine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Für mich war immer klar, dass ich nicht nur Mutter sein möchte, sondern auch berufstätig. Dieser Plan ist aufgegangen und ich freue mich jeden Tag darüber.

Februar

Kalenderwoche 8 - Neele

Ich bin Neele, 28, BA Industriedesign, MA Interfacedesign. Produktentwicklung, Produktkonzepte und Marken sind meine Aufgaben. Ein Reitsportprodukt wurde patentiert, ein weiteres genießt Design-Schutzrechte. Unabdingbar ist schwarzer Humor, der sich in meinem Lockdown-Projekt wiederfindet. Außerdem habe ich einen Gabelstaplerschein, ein einjähriges Tischler-Praktikum gemacht und saniere mit meinem Freund einen Resthof. Ich schütte Estrich, baue Fenster ein und schwinge den Vorschlaghammer.

Aus meinem Alltag: Während eines telefonischen Beratungsgesprächs wurde mir von einem Mann gesagt, dass es als Frau eine Überlegung ist, wie groß das Unternehmen werden soll oder ob man im kleinen Rahmen bleibt. Da war ich sprachlos.

Die Messe-Frage, ob der Chef zu sprechen ist, ist Gewohnheitssache. Ebenfalls die Frage, ob ich mir zutraue große Anhänger zu fahren, das Projekt anzugehen oder selbständig zu sein. Meine Antwort: Hell, yes!"

Kalenderwoche 7 - Saskia Jäger

In meiner Freizeit werde ich kreativ

Moin! Ich bin Saskia Jaeger, 22 Jahre jung und studiere derzeit Biotechnologie-Verfahrenstechnik in Flensburg. Heute möchte ich hier allerdings meine wohl größte Leidenschaft mit dir teilen. Denn ganz im Gegensatz zu meinem naturwissenschaftlichen Interesse im Studium, liebe ich es in meiner Freizeit kreativ zu werden und verbringe mittlerweile fast jede freie Minute damit, zu zeichnen oder zu malen. Dieses Hobby habe ich Mitte 2019 erst richtig für mich entdeckt, als ich mich nach langer Zeit wieder vor eine Leinwand setzte. Seitdem ist es zu einem der wichtigsten Bestandteilen meines Lebens geworden. Meine Kunst besteht hauptsächlich aus Tier- und Menschenportraits, denen ich versuche ein wenig Magie einzuhauchen und so auf die Wunder in jedem Lebewesen aufmerksam zu machen. Schau für mehr Bilder doch gerne mal auf meinem Instagram-Account „sjaeger_art“ vorbei!

Kalenderwoche 6 - Karen Möller

Ich heiße Karen Möller und bin eine der sympathischen Stimmen am Telefon der Kreisverwaltung Dithmarschen.

„Ohne unser Gestern würd‘ ich mich heut nicht so auf morgen freuen. Ist es nicht das, was zählt: Eine Zeit, die gut für 100 Leben reicht…“ So singt Johannes Oerding in „Hundert Leben“ und er spricht mir damit aus der Seele.

Gehörten vor Corona Konzerte, Theater und bereichernde Begegnungen fest zu meinem Alltag, ist derzeit so manches ruhiger. Ich lebe verstärkt nach innen, bin nachdenklicher. Verbringe die Freizeit mit meinen Büchern, meiner Musik und den Erinnerungen vor Corona. Das muss momentan reichen. Ich wünsche mir, dass wir alle die herausfordernde Zeit gut überstehen. Auf eine lebhaftere, buntere Nach-Coronazeit.

Bleiben Sie gesund.

Kalenderwoche 5 - Melanie Bangert

Ich gehe unkonventionelle Wege

„Sag mal, wenn Du so viel unterwegs bist, kochst Du dann für Deinen Mann und die Kinder vor?“ Mit meinem klaren „Nein“ hatte die Dame vor mir nicht gerechnet, denn mein Mann ist so gleichberechtigt und meine Kinder sind so selbstständig, dass sie ein paar Tage ohne mich auskommen.

Ich bin Ehefrau, Mutter, selbstständige Unternehmerin, engagierte Ehrenamtlerin, Freundin, stetig Lernende und so vieles mehr. Trotzdem muss ich mich immer wieder rechtfertigen – weil ich eine Frau bin, meine Eigenständigkeit liebe und manchmal unkonventionelle Wege gehe.

Im Schatten stand ich auch schon - damals als alleinerziehende, berufstätige Mutter. Auch damals musste ich mich rechtfertigen. Für den fehlenden Mann, für meine vielen Arbeitsstunden und für die dauernde Erschöpfung.

Meine schwächsten Momente, offenbarten meine Stärken und ich würde mir wüschen, dass wir Frauen uns noch mehr gegenseitig den Rücken stärken.

Januar

Kalenderwoche 4 - Ulrike Grähling

Geboren in Hanau/Hessen, wagte ich mit 49 Jahren mit meinem Mann 2014 einen Neustart in Barkenholm/Dithmarschen.

Meine positive Lebenseinstellung und mein Humor machen mich zu dem, was ich bin. Auch wenn die Hürden in meinem Leben oft sehr groß waren, habe ich sie gemeistert und niemals meinen Optimismus und meine Willenskraft verloren.

Mit dieser Einstellung habe ich meine drei Kinder zu kritikfähigen jungen Erwachsenen erzogen, auch wenn meine beiden Jungs geistig behindert sind.

Jetzt investiere ich meine Kraft unter anderem in geförderte Naturschutzprojekte auf unserem Resthof. Aber auch die Haltung von Nutztieren für den Eigenbedarf unter artgerechten Bedingen ist mir eine Herzensangelegenheit.

Kalenderwoche 3 - Valentina

Hallo, mein Name ist Valentina ich bin 32 Jahre alt. Ich lebe seit 11 Jahren in Itzehoe und vor 25 Jahren bin ich aus Kasachstan mit meiner Familie nach Deutschland gekommen.

Ich bin stellvertretende Filialleiterin in einem Discounter. Arbeite in Teilzeit und bin in Vollzeit eine alleinerziehende Mama eines 9 jährigen Sohnes. Meinen Sohn erziehe ich seit 3 Jahren komplett allein.

Ich bin alles für ihn so wie er es auch für mich ist. Einen Job im Einzelhandel, wo man flexibel arbeiten muss, um das Familienleben unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach, aber mit Hilfe von einem sehr guten Chef und viel Engagement meinerseits bekomme ich alles unter einen Hut.

Kalenderwoche 2 - Elisabeth Steinschulte

Mallorca, ich komme!  

Man erklärte mich  für verrückt. Mein Arzt fand das gut. Ich buchte für drei Wochen im März. Als Schwerbehinderte hatte ich Hilfe. Corona? kein Thema. Auf Mallorca schien die Sonne. Das Hotel - barrierefrei und der Strand direkt davor. Alles lief  toll. Ich war stolz, dass ich jeden Tag einige Schritte mit dem Rollator mehr machte. Dann! Hausarrest. Polizei bewachte Ausgänge, Ort tabu. Nix wie weg! Das Reisebüro hatte sich weggeduckt. Ab nach Hamburg über Madrid geordert. Tags vorher,  82. Geburtstag. Ich bitte um 1 Glas Sekt. Dann. „Stubenarrest“. Wetter schlecht, auf dem Balkon kalt. Gratulationen mit Words-App. Ratschlag: „Zieh den Wintermantel an, setz dich auf den Balkon und trink eine Flasche Wein.   Das tat ich. Mallorca? Jederzeit wieder.

Kalenderwoche 1 - Natalie Nobitz

Frauen wollen nicht in die Öffentlichkeit.

Diese Aussage höre ich als Gleichstellungsbeauftragte regelmäßig. Gleichzeitig treffe ich jeden Tag großartige Frauen, die sich in unterschiedlichsten Bereichen engagieren und keineswegs die Öffentlichkeit scheuen. Anstatt diese Tatsache immer wieder zu betonen, lasse ich jetzt Taten sprechen, oder viel mehr Geschichten. Geschichten von Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen an der Kampagne „52 Wochen – 52 Frauen“ mitmachen und dadurch zeigen, wie vielfältig und großartig wir sind. Geschichten von Frauen die in ihrem Leben Hürden überwunden haben und neue Wege eingeschlagen sind. Geschichten von Frauen, die mich beeindruckt und berührt haben, als ich sie zum ersten Mal lesen durfte.

Vielen Dank an alle tollen und großartigen Frauen, die mitgemacht haben.

Sie ermutigen durch ihre Teilnahme andere Frauen, in die Öffentlichkeit zu treten.