36 Monate, 36 Gesichter

Das Projekt "36 Monate, 36 Gesichter" initiiert von der Koordinierungsstelle für Integration und Teilhabe, stellt 36 Menschen und ihre Biografien vor. Im Mittelpunkt stehen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.
Das Projekt möchte Teilhabe ein Gesicht geben und dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Der Beitrag wird auf unserer Website hochgeladen. Im Monat wird eine Person interviewt.

Olajide Oladipo Bisiriyu

Hallo,

mein Name ist Olajide Bisiriyu und ich komme aus Nigerien.

Ich bin 40 Jahre alt, bin verheiratet und habe 2 Kinder. Meine Frau stammt aus Rumänien und wir wohnen seit 10 Jahren in Deutschland.

In Rumänien habe ich Medizin studiert, wo ich auch meine Frau kennengelernt und geheiratet habe. Am Ende meines Studiums in 2012, habe ich eine Arbeit als Assistent Arzt in Westküstenklinikum Heide bekommen und seitdem wohnen wir in Heide. Ich bin seit 2018 Facharzt für Allgemeinmedizin und habe eine Zusatztbezeichnung für Geriatrie.

Ich fand es immer sehr bereichernd, mich um die Gesundheit der Menschen zu kümmern und deshalb, arbeite ich seit 2019 als Hausarzt im Ärztezentrum Lunden.

Ich spreche Deutsch, Englisch, Yoruba und ein bisschen Rumänisch. Der Weg nach Deutschland war wegen der deutschen Sprache nicht unbedingt einfach, aber es hatte sich am Ende gelohnt. Die Sprache ist nämlich der Schlüssel zur Integration. Jetzt fühle ich mich angekommen und kann hier als mein Zuhause nennen.

Ich empfehle den zugewanderten Menschen, Deutschkurse zu besuchen, die Sprache immer wieder zuhören (durch Musik, Fernsehen, etc.) und sich mit den Einheimischen, aber auch mit Personen von anderen Kulturkreisen zu befreunden.

Youssef Jamil

Hallo,

mein Name ist Youssef Jamil, ich komme aus Syrien und bin 52 Jahre alt, bin 2015 nach Deutschland gekommen und lebe seitdem in Heide, bin verheiratet, habe einen Sohn und vier Töchter. Ich ermutige sie und helfe ihnen beim Lernen. Zwei von ihnen wurden Ingenieure, die anderen setzen ihr Studium fort.

Ich bin seit über 32 Jahren als Rechtsanwalt tätig und habe in meiner Kanzlei 40 Anwälte ausgebildet. Meine juristische Erfahrung ist umfangreich, da ich in allen Rechtsgebieten tätig war. Meine Hobbys sind Menschen helfen, lesen, Sport treiben, Tiere züchten und Musik hören, besonders den internationalen Sänger Julio Iglesias.

Mein Ziel ist es, Professor für Völkerrecht zu werden.

Soudabeh Parandvar

Mein Name ist Soudabeh Parandvar. Ich bin 63 Jahre alt und komme aus dem Iran. Seit 1988 lebe ich hier in Deutschland.
Habe zwei Kinder, die auch in Deutschland leben. Mein Sohn ist 39 und meine Tochter 33 Jahre alt.
Ich habe im Iran Welt-Literaturgeschichte studiert und war dort Lehrerin. In Deutschland habe ich meine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau abgeschlossen.

Zurzeit arbeite ich als Life Coach und Entspannungstrainerin und bin im Sozialbereich beschäftigt.
Ich denke, sobald wir verstehen, dass die Liebe die stärkste Kraft im Universum ist, wissen wir, wie die Welt zu retten ist.

Lasha Ochigava

Guten Tag, გამარჯობა,

mein Name ist Lasha Ochigava und ich komme aus Georgien. Ich bin 39 Jahre alt und seit kurzem verheiratet. Ich bin wegen der Liebe nach Deutschland gekommen. Zur Zeit besuche ich einen Sprachkurs an der Volkshochschule Heide und es macht mir viel Spaß, eine neue Sprache zu lernen. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht ,,bunderschön“ heißt, sondern ,,wunderschön“. Die Verben ,,haben“ und ,,sein“ kann ich auch fast fehlerfrei konjugieren.

Nach meinem Jurastudium in Georgien habe ich einige Jahre im Bereich Zivilrecht gearbeitet. Dann habe ich einen anderen Weg eingeschlagen und bin Berufssoldat geworden. Da Georgien sich beim ,,International Security and Assistance Force“ (ISAF) beteiligte, war ich bei den Auslandeinsätzen dabei.Deutschland ist für mich nicht ganz fremd, da ich mit der Bundeswehr zusammen Trainings hatte und hier gelebt hatte. Als am 25. November 2016 Taliban die deutsche Botschaft in Mazar-i Sharif in die Luft sprengten, war die georgische Einheit als Erstes, innerhalb von 7 Minuten vor Ort, um den Mitarbeitern der Botschaft das Leben zu retten. Ich ibin stolz auf meine Auszeichnung des Verteidigungsministeriums der Bundesrepublik Deutschlands für das Retten von und noch andere Auszeichnungen der NATO, beispielsweise für meinen Dienst in Afghanistan und Somalia.

Was würde ich den Migrant*innen in Dithmarschen sagen? – Tun Sie ihr Bestes, um sich zu integrieren. Ich denke, die Arbeit ist der beste und schnellste Weg dafür.

 

Bodur Alkutmeh

Mein Name ist Bdour Alkutmeh. Ich bin 32 Jahre alt. Seit 6 Jahren bin ich in Deutschland. Der 19. Oktober 2015 war für mich der erste Tag in Deutschland. Ursprünglich komme ich aus Damaskus. Ich habe 3 Kinder (6, 7 und 9 Jahre alt)

Nachdem ich das C1-Sprachniveau erreicht hatte, begann ich mein Studium in der Fachrichtung Green Building Systems im September 2019 in der Fachhochschule Westküste.

Neben dem Studium habe ich Nachhilfe in der Klaus-Groth-Schule in Heide gegeben und in der Firma UTZ gearbeitet und bin weiterhin ehrenamtlich in der Diakonie tätig. Zurzeit bin ich bei Kreis Dithmarschen als Praktikantin beschäftigt.

Als berufliches Ziel strebe ich den Master in Green-Energie an. Danach möchte ich eine eigene Firma gründen. Ich möchte ein Vorbild für andere Frauen sein und ihnen vielfältig helfen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich mich voll in meinem neuen Heimatland integriere.

Fadila Mahfoufi

"Mein Name ist Fadila Mahfoufi und ich komme aus Algerien. In der Heimat habe ich ein Studium mit dem Abschluss zur Diplom-Ingenieurin im Fachbereich Industrielle Chemie; hier Schwerpunkt Umwelt-technik absolviert. Seit Juli 2012 lebe ich in Deutschland mit meinem Mann zusammen. Mittlerweile habe ich meine B1 Prüfung bestanden und bin dazu deutsche Staatsbürgerin geworden. In den letzten Jahren habe ich freiwillig als Sprachmittlerin für die arabische Sprache, und auch in anderen Projekten ehrenamtlich bei der Diakonie gearbeitet. Ich bin auf der Suche nach einer adäquaten Arbeit nach meiner Qualifikation. Zur Zeit arbeite ich als Moderatorin bei einem Projekt. Dieses Projekt wird vom Innenministerium Schleswig-Holsetin gefördert und läuft ein Jahr. Es ist ein Kooperationsprojekt von dem Diakonischen Werk und dem Kreis Dithmarschen (Koordinierungsstelle für Integration und Teilhabe). Das Projekt heißt  „Regional-International“.

Ich bin immer stolz und glücklich, wenn die Sendung am Samstag des Monatsendes, um 18 Uhr, auf dem Offenen Kanal Westküste ausgestrahlt wird. Durch meine Arbeit und die Teilnahme an diversen Veranstaltungen habe ich viele gute Menschen kennengelernt. Aus meiner Erfahrung empfehle ich den zugewanderten Menschen in Deutschland: Zuerst die deutsche Sprache lernen und sich diese Schlüsselkompetenz aneignen, wenn man sich hier verständigen will. Auf alle Fälle immer optimistisch sein und den Kontakt zu den Einheimischen suchen, das finde ich sehr wichtig."